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ZÜRITIPP: Zwei Bruder zwei Lokale

von Carlos Gross

Zwei Lokale mit unterschiedlichen Ausrichtungen in zwei Quartieren, geführt von zwei jungen Brüdern Gian und Nico
Gross.

Wechseln sich mit ihrer Präsenz in den Betrieben jede Woche ab: Gian (r.)
und Nico Gross. 

Von Claudia Schmid Redaktorin @zueritipp 06.03.2019   

Gleiche Frisur, gleiche Bartlänge, etwa gleich gross gewachsen: Auf
den ersten Blick könnten Nico (29) und sein zwei Jahre älterer Bruder Gian als
Zwillinge durchgehen. Gemeinsam führen die Geschwister die Jdaburg im Kreis 3
und den Rosengarten, ein Stadtbetrieb beim Hottingerplatz.

Dass man sie für Zwillinge halten
könnte, liegt wohl auch an ihrer starken Verbundenheit, die man im Gespräch
sofort spürt. Da beginnt der eine Bruder einen Satz, den der andere
weiterführt, ohne dass man den Wechsel bemerkt hätte. So fliessend, wie ihre
Übergänge beim Sprechen sind, kümmern sie sich als Geschäftsführer auch um die
Betriebe. «Wir wechseln uns jeweils wochenweise mit Präsenzzeit in einem der
Restaurants ab. So wissen beide genau Bescheid», sagt Gian Gross.

Bodenständig oder hip und mediterran

Die zwei Lokale könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Jdaburg, die
die Brüder 2015 übernommen haben, ist eine mediterrane Beiz mit hausgemachter
Pasta und ausgewählten Fleischgerichten. Mitten im hippen Wiedikon gelegen, ist
die Beiz vor allem am Wochenende stark frequentiert. Grösser, dafür ­etwas
bodenständiger und preislich etwas günstiger ist der Rosengarten in Hottingen,
den die Brüder vor anderthalb Jahren übernommen haben. 

Hier treffen sich die
Quartierbewohner unter der Woche gern auf einen Happen. Im Zentrum steht
Währschaftes wie Hörnli mit Ghacktem, Wiener Schnitzel (sehr zu empfehlen!)
oder Chabis­salat. In beiden Betrieben werden seit Beginn die
Fleischerzeugnisse von Edelmetzger Hatecke aus Scuol verarbeitet. Was die zwei
Lokale ebenfalls verbindet: die Gästeschar. Viele Kunden, die die Jdaburg
mögen, tauchen auch im Rosengarten auf. «Es gibt eine Art Community», sagt Nico
Gross, «was natürlich cool ist.»

Persönliche Gastgeber

Obwohl den Brüdern das Gastgebertum in die Wiege gelegt wurde – ihre
Eltern wirteten in den Achtzigerjahren selbst im Rosengarten –, fanden sie
beruflich eher spät zusammen: Bis vor der Übernahme der Jdaburg vor bald vier
Jahren war Gian Gross als Landschaftsarchitekt tätig; Nico hatte die
Hotelfachschule absolviert. 

«Als wir vor ein paar Jahren betrunken im Hotel Costes in Paris
sassen, beschlossen wir, gemeinsame Sache zu machen», sagt Nico. Er hatte die
Nase voll von grossen Gastrobetrieben mit langen Dienstwegen und wünschte sich
«etwas Persönliches».

Als Buben in der Fremde
zusammengeschweisst – sie wuchsen im Piemont auf und gingen in Mailand zur
Schule, weil ihre Eltern dort mit italienischen Lebensmitteln handelten –,
legten sie das Fundament für ihre Zusammenarbeit. Dass sie dabei auch von ihren
Eltern unterstützt werden, ist offensichtlich: Diese führen heute die bekannte
Pensiun Aldier in Sent GR und machen auf der Website Werbung für die
Restaurants ihrer Söhne, die ihrerseits immer wieder mal Restaurantgäste in die
Pension ins Unterengadin schicken.

 

Restaurant Jdaburg
Gertrudstr.
44 8003 Zürich 
www.jdaburg.ch


Restaurant Rosengarten
Gemeindestr.
60 8032 Zürich
www.rosengarten.ch

10.03.2019Pensiun Aldier
 
 
 
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